Wer mit Alpakas oder Lamas arbeitet, weiß: Das Aufhalftern ist viel mehr als ein kurzer Handgriff. Es ist ein Moment der Begegnung, des Vertrauens und der Ruhe. Und genau deshalb lohnt es sich, diesen Schritt bewusst und korrekt zu machen — für die Sicherheit des Tieres und des Menschen.
Gerade bei Alpakas & Lamas zeigt sich, wie kleine Fehler große Auswirkungen haben können. Gleichzeitig sehen wir, wie entspannt und kooperativ ein Tier wird, wenn das Halftern richtig und respektvoll erfolgt.
In diesem Beitrag zeigen wir dir, worauf es wirklich ankommt.
1. Ruhe vor Schnelligkeit – der wichtigste Grundsatz
Alpakas und Lamas sind sensible Tiere. Sie reagieren stark auf Körpersprache, Energie und Tempo. Darum gilt:
- Auf begrenztem Raum Arbeiten (z.B. in einer Box oder einem Catch-Pen)
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Langsam seitlich nähern. Nicht frontal, der Fluchtweg nach vorne soll immer offen bleiben.
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Seitlich des Tieres stehen
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Keine hektischen Bewegungen
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Nicht über den Kopf greifen
- Ein Kommando gibt Sicherheit. Wir sagen "Halfter" bevor wir das Tier aufhalftern.
Ein Tier, das sich bedrängt fühlt, spannt sich an — und dann wird das Halftern schwierig oder sogar gefährlich.
2. Die richtige Position am Tier
Viele Fehler passieren, weil Menschen instinktiv „von vorne“ arbeiten wollen. Für Kameliden ist das aber unangenehm oder kann gar bedrohlich wirken.
Optimal ist die Position seitlich am Hals, leicht versetzt zur Schulter. Von dort aus kann man:
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das Tier gut sehen
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ruhig atmen
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das Halfter kontrolliert anlegen
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dem Tier Raum lassen
Diese Position vermittelt Sicherheit — für beide Seiten.
3. Das Halfter korrekt anlegen
Ein gut sitzendes Halfter ist entscheidend für Sicherheit und Wohlbefinden. Zu locker = gefährlich:
Die Nase von Alpakas und Lamas besteht nur im oberen Bereich aus Knochen. Darunter folgt weicher Knorpel, der sehr empfindlich ist und leicht nachgibt. Wenn der Nasenriemen zu tief sitzt und auf diesen Knorpel rutscht:
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wird dem Tier die Luft abgedrückt
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entsteht Atemnot
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das Tier kann in Panik geraten
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es kann zu traumatischen Erfahrungen kommen
Worauf du achten solltest:
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Den Nasenriemen ganz hoch auf die Nase schieben (keine Sorge, am Auge gibt es eine natürliche (Knochen-) Grenze, so dass der Riemen nicht in die Augen rutschen kann).
- Der Genickriemen hinter den Ohren sitzt eng und fest.
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Der Kinnriemen liegt locker, so dass das Tier auch mit Halfter noch fressen kann. Mindestens 2 Finger dürfen Platz darunter finden.
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Das Halfter darf nicht auf dem empfindlichen Nasenbein drücken.
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Die Backenstücke sollten symmetrisch sitzen.
Ein falsch sitzendes Halfter ist einer der häufigsten Fehler — und einer der gefährlichsten. Darum gilt: Lieber etwas höher als zu tief. Ein korrekt sitzendes Halfter ist nicht nur sicherer, sondern sorgt auch dafür, dass das Tier ruhig bleibt und Vertrauen fasst.
Wir arbeiten mit den Halftern der Firma Zephyr, weil diese die größtmögliche Verstellbarkeit an Nasenriemen und Genickstück bieten und somit am besten angepasst werden können. Wir beziehen die Halfter von: https://www.sterntal-alpakas.de/halfter/ (Werbung aus Überzeugung)
4. Vertrauen statt Zwang
Das Aufhalftern ist kein technischer Vorgang, sondern ein Beziehungsangebot. Wir arbeiten am Pointnerhof immer nach diesen Prinzipien:
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Respekt vor der Individualität jedes Tieres
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Geduld statt Druck
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Klarheit statt Kraft
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Positive Erfahrungen schaffen
Ein Tier, das sich sicher fühlt, lässt sich leichter halftern. Ein Tier, das Angst hat, wird immer wieder ausweichen.
5. Fazit
Das richtige Aufhalftern ist ein kleiner Moment mit großer Wirkung. Es entscheidet darüber, ob eine Wanderung entspannt beginnt oder stressig wird — für Mensch und Tier. Mit Ruhe, Respekt und der richtigen Technik wird das Halftern zu einem schönen Ritual, das Vertrauen schafft und Sicherheit gibt.











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